Frau Merkel und die doppelte Staatsbürgerschaft des Schreckens

„Merkel lehnt mehr doppelte Staatsbürgerschaften ab“. Eine Schlagzeile auf die Fresse. Frau Merkel, hören Sie mal: Ich wurde 1991 in München geboren. Meine Eltern kamen 1973 aus Jugoslawien nach Deutschland. Wie Sie sicherlich wissen, existiert Jugoslawien nicht mehr; 1991 war der künstlich erzeugte Vielvölkerstaat am Ende.

Bis 2001 hatte ich nur die kroatische Staatsbürgerschaft, also die, die auch meine Eltern nach dem Ende Jugoslawiens hatten. Dann wurde ich eingebürgert, war plötzlich Deutsche, aber gleichzeitig Kroatin, die einzige in meiner Familie. Eltern kroatisch, Schwestern kroatisch, Neffen kroatisch, Tanten, Onkel, Cousins (bis auf einen), Cousinen – alle kroatisch. Weiterlesen

Über Brechreiz und Schönheitsideale

Manchmal sitze ich nervös mit dem Fuß wippend in Wartezimmern und schlage meine kostbare Zeit tot. Ärzte machen mich irgendwie kirre, was eigentlich recht witzig ist, da ich ja selber in einer Arztpraxis arbeite und mit meiner Chefin, welche Ärztin ist, wunderbar zurecht komme. Die Ärzte, die mich behandeln, mag ich aber irgendwie nicht. Wahrscheinlich fürchte ich, dass sie sich in ihrem Sessel zurücklehnen und sagen, ich solle doch aufhören zu simulieren. Ich habe schon Erfahrungen gemacht, die in die Richtung gehen. Wie dem auch sei – Wartezimmer. Mag ich nicht. Machen nervös. Schlimmer als Wartezimmer? Die dort ausliegenden Zeitschriften. Weiterlesen

Geht’s noch?

Ihr erinnert euch sicher an meinen Text von neulich. Den einen, in dem ich erzählt habe, was mir so passiert ist, wie ich von Männern angesprochen, belästigt, begrapscht wurde. Ich habe ein bisschen Zeit vergehen lassen und bin die Kommentare nochmal durchgegangen.

Danke für all die verständnisvollen Kommentare und den Zuspruch und ein fettes „Geht’s noch?“ an all diejenigen, die mir meine persönlichen Empfindungen absprechen.

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Burn, Baby, Burn

Es gibt Menschen im Internet, die wissen ein bisschen was über mich. Zum Beispiel, dass ich drei große Schwestern habe, die wesentlich älter sind als ich. Meine drei Schwestern haben auch schon Kinder. Meine beiden großen Neffen sind wirklich schon groß – sie dürfen wählen und Auto fahren und Steuern zahlen. Meine beiden kleinen Nichten sind mittelgroßklein und der Babyneffe lernt gerade, wie das mit dem aus-einem-Becher-trinken funktioniert. Ohne Schnabeltasse!

Wer mich noch ein bisschen besser kennt, weiß, wie sehr ich all die oben genannten Menschen liebe. Meine Nichten und der Babyneffe sind für mich wie meine eigenen Kinder. Ich versuche sie so oft wie möglich zu sehen und jedes „Teta Kata“ aus ihren kleinen, marmeladeverschmierten Mündern bringt mich zum Strahlen.

Aber.

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