Aber es gibt doch viel wich… BATSCH!

Machen wir uns nichts vor: Die Welt ist scheiße. Klar, das Leben an sich hat für den einzelnen ab und zu ganz nette Überraschungen parat und man kann sein eigenes Leben schon genießen, aber sobald man ein bisschen über den Tellerrand blickt, sieht man nur unschöne Dinge. Krieg, Armut, Hunger, eine Autoimmunerkrankung, die einen ganzen Kontinent auslöscht, Menschenhandel, Kinderarbeit und -prostitution, Neoliberalismus, Dieter Bohlen – die Liste ist lang und geht endlos weiter. 

Es gibt ein paar Sachen, die man tun kann. Entweder man setzt Scheuklappen auf und sagt: „Geht mich alles nix an! Betrifft mich nicht! Interessiert mich nicht!“ Man kann aber auch sagen: „Hm, ja, das ist schon schlimm, aber ich kann nix ändern. Hier eine Spende in Höhe von 5€, jetzt geh bitte weiter und lass mich in Ruhe.“ Man kann sich auch in Weltschmerz verlieren und vor lauter „OH GOTT DIE WELT IST SO SCHLIMM ICH WILL HIER NICHT MEHR LEBEN“ erstarren und sein Leben an den Nagel hängen.

Man kann sich auch überlegen, ob es etwas gibt, was man ändern kann, ob man für etwas ein Bewusstsein schaffen und Aufmerksamkeit erregen kann, ob man etwas, nur eine klitzekleine Sache, findet, für die man kämpfen will. Und dann kann man ja darüber schreiben, Menschen davon erzählen, sie bisschen aufrütteln, sich mit Gleichgesinnten zusammenschließen und gemeinsam was bewegen.

„Aber es gibt viel wichtigere Probleme als xy!“ Mag sein. Wofür ich mich einsetze, meine Zeit und Energie aufwende, was ist wichtig finde, ist verfickt nochmal meine Sache. Ich kann die Welt nicht retten. Ich kann sie aber zu einem besseren Ort machen. Das kannst du auch. Wann fängst du damit an?

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2 Gedanken zu „Aber es gibt doch viel wich… BATSCH!

  1. Hm. Ich kenne dieses Gefühl vielleicht ein wenig, von dem du schreibst (oder vielleicht eher IN dem du schreibst). Stimmt: es gibt mehr Probleme und mehr, das einen verzweifeln lässt, als man alleine lösen könnte. Man könnte sich noch nicht einmal in homöopathischer Dosis mit allen Problemen beschäftigen. Und stimmt auch: wenn man sich nach dieser Erkenntnis gegen das Nichtstun und die Gleichgültigkeit entscheidet, sondern dafür zu den Menschen zu gehören, die wenigstens im Kleinen ein Bisschen verändern, dann gibt es bestimmt 10 andere, die einem beweisen, dass man sich natürlich für das falsche Problem entschieden hat, gegen das man kämpfen will. Dass es 10 andere gibt, die viel wichtiger sind. Undsoweiter, undsofort.

    Aber was passiert dann?

    Ich habe mich mit vielen dieser Menschen unterhalten und gestritten und nächtelang durchdiskutiert. Und weißt du was: Entweder haben sie sich selbst tatsächlich für ein Thema oder Problem entschieden und dabei aber so eine Scheißangst, dass es „das Falsche“ war, dass sie andere Leute lieber von der Unwichtigkeit anderer Themen überzeugen (nein, bekehren!) und für ihren Kampf, oder wie das dann heißt, begeistern wollen. Anstatt das eigentliche Problem selbst zu lösen.

    Oder aber diese Menschen gehören zu den „Nichtstuern“, die sich in ihrem Gewissen, das sie sich so eingerichtet haben, sehr davon gestört fühlen, dass andere etwas tun. „Das nervt“ und es „ist sowieso nicht so wichtig, wie..“ und am Ende, das kann man beweisen, wirst „Du es sowieso nicht lösen“.

    Tja, so ist das.

    Aber weißt du was? Wenn es nur solche Menschen gäbe, würde die Mauer noch stehen, die Frauen würden noch immer kein Wahlrecht haben, ein Schwarzer könnte nie der mächtigste Mensch der Welt werden, Deutschland hätte keine Kanzlerin und keinen schwulen Außenminister. In all dem Chaos und in aller Verzweiflung über die Welt, die oft „scheiße“ zu sein scheint, gibt es doch Hoffnung. Uns sie kommt von den Menschen, die etwas tun, etwas (mit) verändern. Was wären Gandhi und Mandela und Brandt all die anderen gewesen ohne all die anderen tausende, hunderttausende Menschen, die etwas verändern wollten.

    Egal was du vor hast, tu es ! Du gehörst zu denen, die die Welt verändern, oder zu denen, die nur drüber reden.

    Liebe Grüße, U.

  2. So ists! Kenn ich auch!
    Und was ich für mich bisher immer (meistens) falsch gemacht habe, ich bin nicht zu mir gestanden. Ich hab nicht gesagt, „Fickt Euch, aber DAS, genau DAS ist MIR wichtig!“
    (OK, das F-Wort dient hier nur zur Dramaturgie, das würde ich je nach Lage und Laune nicht zwingend verwenden ;) )
    Warum? Gute Frage. Sehr gut sogar. Ich habe es für mich noch nicht herausgefunden :( Ich bin eher gerade dabei. Und es wird besser :)
    In diesem Sinne finde ich es verdammt mutig und groß für etwas zu sein. Denn damit eckt man an und wird (manchmal, für manche) unbequem. Und viele viele werden das wohl nicht sein wollen, also lieber im Strom mitschwimmen und die „es ist doch alles nicht sooo dramatisch“ – Haltung weiter leben.

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