Freiheit. Vielleicht.

Ich hatte erst ab der 12. Klasse Ethik. All die Jahre davor saß ich im katholischen Religionsunterricht und schaute „Die Schneckenbahn hat 12 Stationen“. Mein Ethiklehrer war großartig und hat mir in den beiden Jahren mehr beigebracht als die meisten anderen Lehrer in meiner ganzen Schullaufbahn.

Es war, glaube ich, Sartre, der sagte, der Mensch sei durch die Möglichkeit zum Freitod erst wirklich frei. Suizid sei die letzte, die ultimative Grenzerfahrung, die ein Mensch machen kann. Weiterlesen

Meine Nachbarin

Früher hatten wir eine Nachbarin, eine etwas ältere Dame. Sie lebte allein, hatte keine Kinder und nur selten Besuch, aber ihre Katze, die war für sie da. Ich glaube, als ich zehn war, war sie schon 75 und ist nach sieben oder acht Jahren gestorben. Die Nachbarin war nie besonders nett, aber ich möchte nichts Schlechtes über sie sagen. Man soll die Toten ruhen lassen, heißt es ja. Manche Dinge sterben aber einfach nicht. Weiterlesen

Gedanken über Zeit.

Donnerstag, 5. September. Ich fahre seit über einem Monat jeden Tag durch halb München, um zur Arbeit zu kommen. Einmal hin, einmal zurück. Macht am Tag, je nach Route, 22 bis 54 Kilometer. Manchmal stehe ich an Ampeln oder im Stau und habe ein bisschen Zeit.

Zeit ist bei mir wie so oft Mangelware. Es nervt mich, dass mir diese Zeit durch die Pendelei von Schwabing/Freimann nach Pasing weggenommen wird. Aber ich kann es nicht ändern. Mit den Öffentlichen bräuchte ich doppelt bis dreimal so lang. Also warte ich. Warte und schaue mir die Wahlplakate am Straßenrand an. Weiterlesen