Geschichtsrevisionismus lebt!

Krieg ist scheiße. Ich denke, da sind wir uns alle einig. Meine Eltern kommen aus Kroatien. Kroatien war früher Teil Jugoslawiens. Jugoslawien ist 1991 zerfallen. Es gab Nachfolgekriege. Meine Familie war davon betroffen. Meine Großeltern wurde vertrieben, Cousins und Großonkel sind im Krieg gestorben. Krieg ist scheiße.

Kriege zu verharmlosen und jegliche Schuld von sich zu weisen ist noch beschissener, und genau das findet gerade in Den Haag statt.

Ich habe durch meine Familiengeschichte nicht nur persönliches Interesse an der Geschichte Jugoslawiens, sondern beschäftige mich auch wissenschaftlich damit. Für jemanden, der Politikwissenschaft studiert (hi!), sind der Transformationsprozess des Ex-Jugoslawien, die Annährung an bzw. Integration in die EU und die Beziehungen der Nachfolgestaaten extrem faszinierend. Für jemanden, der Geschichte studiert (hi!), ist die Frage nach den Gründen des Zerfalls und wieso er blutig erfolgte wahnsinnig spannend. Ja, Historiker und Politologen sind bisweilen ein bisschen seltsam. Ich habe gerade einen Literaturbericht über die Geschichte Jugoslawiens geschrieben und dafür drei Werke renommierter Forscher quasi auswendig gelernt. Ich sitze gerade an einer Hausarbeit über die Entstehung der Nationalstaaten in Europa zu Beginn der 1990er und frage mich, wieso sich die Tschechoslowakei friedlich auflösen und die baltischen Staaten sich (relativ) problemlos von der Sowjetunion abspalten konnten, ein ähnlicher Prozess aber bei Jugoslawien nicht ging.

Ich fasse mal die Geschichte Jugoslawiens nach dem 2. Weltkrieg kurz zusammen.

Partisanen größte Widerstandsbewegung gegen Besatzung/faschistischen Marionettenstaat, Befreiung Belgrads ohne maßgebliche Hilfe der Alliierten = Legitimationsgrundlage für das sozialistische Jugoslawien, was war eigentlich das sozialistische Jugoslawien? Antwort: Föderation sechs sozialistischer Republiken, Fokus auf Selbstverwaltung unter bratstvo i jedinstvo (Brüderlichkeit und Einheit); Konsolidierung von Titos Herrschaft, Bruch mit Stalin, wirtschafts- und außenpolitische Neuorientierung, Gründung der Blockfreien, Wirtschafts- und Systemkrise, Tito stirbt, alles geht den Bach runter, Slowenien und Kroatien erklären am 25. Juni 1991 ihre Unabhängigkeit, Krieg.

Das Problem bei dem Projekt Jugoslawien war (unter anderem) die zunehmende Politisierung der Unterschiede zwischen den verschiedenen narodi (Völkern). Kroaten definierten sich über Katholizismus und den Gebrauch des lateinischen Alphabets, während Serben sich als Orthodoxe mit kyrillischer Schrift sahen; die dritte große Gruppe waren Bosniaken, bosnische Muslime. Außerdem gab es dann da noch Slowenen, die aber eine komplett eigene Sprache hatten, genau wie Makedonier und Kosovaren. Im Prinzip gab es also keine Unterscheidung nach ethnischen Gruppen; die Unterscheidung zwischen ethnischen Gruppen wurde anhand von Religion und Sprache gefällt. Es gab, ähnlich wie in Deutschland und Italien, auch noch den Gedanken einer Kulturnation, die auf einer gemeinsamen Geschichte und Sprache basierte. Vor allem Kroaten und Serben hingen diesem Gedanken an, da beide eine distinkte Geschichte hatten, jedoch lange Zeit unter Fremdherrschaft standen.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker war einer von Woodrow Wilsons magischen 14 Punkten, auf denen die Pariser Vorortverträge basierten, und trotzdem wurde genau dieses Prinzip bei der Neuordnung Europas nach dem 1. Weltkrieg massiv beschnitten. Der Gedanke jedoch blieb und es gab immer Gruppierungen, die sich nach „nationaler Einheit“ und territorialer Integrität sowie einem Großkroatien bzw. Großserbien sehnten.

Wenn wir uns die Verteilung der Nationalitäten innerhalb der Grenzen der SFRJ anschauen, werden schnell einige Punkte klar.

Bild

1. Es gab fast überall Minderheiten.

2. Es gab oft keine klaren Mehrheiten.

3. Will man ein national homogenes Staatsgebiet erschaffen, kann dies nur durch Vertreibung oder Ermordung anderer Gruppen erreicht werden.

4. Will man ein national homogenes Staatsgebiet erschaffen, ist man ein nationalistischer Idiot, der hoffentlich sein ganzes Leben hinter Gittern verbringt und im Schlaf von seinen Taten heimgesucht wird.

5. Selbst wenn man kein national homogenes Staatsgebiet erschaffen, aber dafür die unangefochtene politische und militärische Kontrolle an sich reißen will und dafür Menschen brutal exekutiert, Leichen schändet und vertreibt, ist man ein nationalistischer Idiot, der hoffentlich sein ganzes Leben hinter Gittern verbringt und im Schlaf von seinen Taten heimgesucht wird.

Mit der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens und Kroatiens 1991 begann der Krieg (auch wenn es schon einige Wochen vorher zu ersten Auseinandersetzungen gekommen war). Den Anfang machte der Zehn-Tage-Krieg, in dem Slowenien seine Unabhängigkeit gegenüber der jugoslawischen Armee (JNA) verteidigen konnte. In der Zwischenzeit kam es jedoch immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Serben und Kroaten. Von August bis Dezember 1991 wurden ca. 80.000 Kroaten aus serbisch kontrollierten Gebieten vertrieben (wenn ihr schon dabei seid, solltet ihr vielleicht diesen wunderbaren Text lesen, der die Lage in Jugoslawien in den späten 80ern und frühen 90ern wunderbar beschreibt).

Man kann den Kriegsverlauf auch zusammenfassen:

Serben gewinnen Gebiete. Gewalt. Widerstandsgruppen formieren sich. Gewalt wird intensiver. Weltöffentlichkeit schockiert. Weltöffentlichkeit unterstützt Kroaten und Bosniaken. Intervention der NATO. Gewalt. Kroaten und Bosniaken bekriegen sich untereinander. Gewalt. Serben verlieren durch die kroatische „Operation Blitz“ Gebiete. Gewalt. Srebrenica. Unvorstellbare Gewalt. Serben verlieren durch die kroatische „Operation Sturm“ Gebiete. Gewalt. Waffenstillstand. Vertrag von Dayton.

Der Krieg mag fast 20 Jahre her sein, aber die Menschen sind immer noch nicht miteinander versöhnt. Zwar scheinen vor allem junge Menschen aufgeschlossener zu sein, aber insbesondere die Generationen derer, die den Krieg direkt erlebt haben, ist verbittert und voller Hass. Dies wird vor allem in Bosnien-Herzegowina deutlich. BiH ist in eine kroatisch-muslimische Föderation und die Republika Srpska geteilt. Einigkeit? Nein, das dauert noch, falls es denn jemals dazu kommt. Dass der 5. August, der Jahrestag der Operation Sturm, ein kroatischer Nationalfeiertag ist und wortwörtlich die Vertreibung von 180.000-200.000 Menschen gefeiert wird, ist dabei alles andere als hilfreich.

Geschichte ist nicht schwarz-weiß. Es gibt in Kriegen Opfer und Täter, aber Opfer müssen nicht immer nur Opfer gewesen sein. Dass sich die Regierung eines Landes, das in einer einzigen Militäroperation 180.000 Menschen vertrieben hat, als Opfer darstellt – der kroatische Justizminister Orsat Miljenić sagte, Kroatien könne den aktuellen Prozess gegen Serbien in Den Haag gar nicht verlieren, da man ja wisse, wer in dem Krieg Opfer und wer Aggressor war – ist ein deutliches Anzeichen für einen gefährlichen, stark nationalistisch angehauchten und einseitigen Geschichtsrevisionismus, der der Versöhnung der nachfolgenden Generationen auf dem Balkan im Weg steht. Besonders angesichts der Lage auf der Krim, in der es zu noch massiveren Konflikten zwischen russischer Minderheit, pro-russischen Ukrainern und pro-europäischen Ukrainern kommen kann, ist eine solche Aussage eines EU-Mitglieds (!) zu verurteilen. Vorgehen, das nicht auf den Ausgleich zwischen im Konflikt stehenden Ländern zielt, hat im 21. Jahrhundert nichts, aber auch gar nichts verloren.

PS Der Begriff „ethnische Säuberung“ ist ein widerlicher Euphemismus, wird aber weiterhin in Debatten benutzt, vor allem weil es eine Abgrenzung zu Völkermord geben muss. Unter ethnischen Säuberungen versteht man nicht nur Völkermord, sondern generell alle Maßnahmen, die zu einem ethnisch homogenen Territorium (was ein mindestens genauso widerlicher Begriff ist) führen sollen; darunter fallen Vertreibungen, taktisch eingesetzte Vergewaltigungen oder auch so „harmlose“ Dinge wie Drohungen, Marginalisierung etc.

PPS Ich habe in den letzten Wochen „The Three Yugoslavias“ von Sabrina P. Ramet, „Die Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert“ von Marie-Janine Calic, „Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943-2011“ von Holm Sundhaussen, „Flammender Hass“ von Norman M. Naimark und „Die dunkle Seite der Nationalstaaten“ von Philipp Ther gelesen. So ziemlich alles in diesem Artikel habe ich aus diesen fünf Büchern, aber wie gesagt, ich hab’s ausm Kopf geschrieben und kann daher keine genauen Quellenangaben machen. Es kann aber gut sein, dass ich das nachhole und den Text entsprechend editiere, sobald ich Zeit dafür habe.

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10 Gedanken zu „Geschichtsrevisionismus lebt!

  1. Und was wäre ohne die Operation Oluja passiert? Serbien hätte Kroatien wohl überrannt und vernichtet, Srebrenica lässt grüßen. Da ist es schon besser, dass es andersrum gekommen ist. Ich persönlich glaube, ohne Oluja wären die Kriegsgrauen noch wesentlich, wesentlich länger über Jugoslawien gehangen.

    Die Zentralfrage ist halt, was wäre gewesen wenn. So wurden 180.000 Serben vertrieben, im umgekehrten Fall wären mindestens ebensoviele Kroaten vertrieben oder ermordet worden. Das ist die Krux an den entsprechenden Kriegsverbrecherprozessen (und warum Gotovina und Co so verteidigt werden): was wäre ohne ihr Eingreifen geschehen? Wurde mit einer Vertreibung letzten Endes ein Völkermord verhindert oder nicht? Kann man ein Menschenleben mit einem anderen aufwiegen?

    Was es das Thema „Glorifizierung von (Bürger)kriegsopfern“ angeht, ist Kroatien mit dem 5. August übrigens beileibe nicht allein. Die Amis feiern den Independence Day, wahrscheinlich jedes Land in Afrika und auch sonst alle Kriegs-und Krisengebiete dieses Planeten. Mit summa summarum mehr Toten als im ganzen Jugoslawien-Krieg.

  2. Danke für den Text. Ich mag Geschichte und geschichtliche Entwicklungen. Zwar nicht gerne genug, um Geschichte zu studieren, aber immerhin so gerne, dass ich nach solchen Texten gerne ein wenig Zeit auf Wikipedia verbringe, um die einschlägigen Artikel zu lesen. Auch wenn das sicher nicht die Lektüre fundierter Sachbücher ersetzt, habe ich immerhin das Gefühl, ein ganz grobes, oberflächliches Bild der Abläufe zu haben. Kannst du eins der von dir genannten Bücher besonders zur Lektüre empfehlen?

    • „Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert“ von Marie-Janine Calic ist für 4,50€ bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich, genau wie die von Ther und Naimark. „Umkämpfte Vergangenheiten“ von Todor Kuljic handelt von Erinnerungskultur im ehemaligen Jugoslawien und ist ECHT interessant. Mit denen kannst du nicht viel falsch machen, vor allem, weil sie vergleichsweise günstig sind. Wenn dich die Geschichte Jugoslawiens wirklich sehr interessiert, würde ich dir Sundhaussen ans Herz legen, aber der kostet halt 60€, genau wie Ramet, die aber sehr spezifisch ist.

      • Ich hatte an öffentliche Bibliotheken für teurere und spezielle Bücher gedacht. Fakt ist allerdings: Obwohl die WWU Münster zu den deutschlandweit größten Unis zählt, gibt es das Buch von Sundhaussen in keiner öffentlichen Bibliothek in Münster. Werde mir jetzt erstmal Calic und eventuell Ther bestellen und überlegen, ob ich mir Sundhaussen später evtl über die Fernleihe organisiere, verfügbar ist es darüber jedenfalls.

        Ich hatte bisher kein gesteigertes Interesse speziell an der Geschichte Jugoslawiens, aber wenn Geschichtsbücher gut geschrieben sind und sich grade um Konflikt-/Krisengebiete drehen, sind sie immer interessant. Ich habe vor einigen Jahren „Battle Cry of Freedom“ von McPherson gelesen, ein pulitzerpreisgekröntes Buch über den Bürgerkrieg in den USA. Ich glaube, das hat mich geschichtstechnisch ein wenig mitgeprägt. Es ist jedenfalls eines der besten Sachbücher, die ich kenne.

        [Korrektur: Bist du dir sicher, dass Calic bei der bpb gelistet ist? Ther, Kuljic und Naimark habe ich dort problemlos gefunden, aber Calic Fehlanzeige. Dafür gibt es Calic in der örtlichen Unibib, Ther und Kuljic habe ich bei der bpd bestellt.]

  3. Du bist noch zu Jung um die ganze Geschichte zu verstehen Ihr schaut nur die letzten Kriege an, leider hat die Geschichte schon vor 500 Jahren angefangen und deswegen gibt es alle 50 Jahre ein Krieg unten. Jetzt wird Bosnien als Schweizer Modell versucht – das wird auch nicht klappen – da hier nicht nur unterschiedliche Bevölkerungen sondern auch Religionen sind etc..

    Du siehst die Geschichte nur aus einer West-Richtung, es gibt aber auf dem Kompass noch Osten :-). Allein die Karte ist FALSCH – Vojvodina in Serbien ist zum grossen Teil kroatisch, vielleicht willst du das nicht glauben – aber schau dir mal die Wappen genauer an!

    Nur wegen der Unabhänigkeit – Krieg. Oh je, da steckt mehr – rede mit den Leuten die naeher dran waren – statt Bücher zu lesen. Dann wirst du schnell merken – was da nicht stimmt!
    Ohne diese Buch Authoren zu kennen – vertreten Sie eine politische Seite! Du kannst dich nicht mal auf Bücher die vor 30 oder 60 Jahren geschrieben verlassen. Da SIE IMMER KONTROLLIERT WURDEN auch im EXIL!

    Ich gehe mit dir eine Wette ein – bis 2030 wird Bosnien und Herzeg nicht mehr bestehen!
    Hätte die Welt und EU auf Franjo und Slobodan gehört – würde längerfristig der Frieden sicher sein, davon sind ein grossteil Kroaten und Serben überzeugt.

    Ich bin nicht Gott – aber eins ist mir bewusst.

    Kriege haben die Systeme der Menschen verändert NICHT der Frieden – siehe Geschichte auch in DE, USA und jetzt ASIEN

  4. Ach herrje Kathi.

    Deine Beschreibung der Ereignisse im Balkankrieg ist gelinde gesagt dürftig.Weder bietest Du uns weitgehende Fakten an, noch gehst Du auf komplexe Ereignisse ein die im Zusammenhang genannt werden müssen.
    Du lieferst falsche Fakten! Ich frage mich, mit Blick auf deine Herkunft, was Dich dazu veranlasst.
    Ich will nicht bis ins Detail auf dieses Thema hier eingehen. Es ist zu umfangreich um es in wenigen Sätzen abzuhandeln. Eins sei Dir aber gesagt, und wenn Du jetzt gut aufpasst, kannst Du die Gelegenheit wahrnehmen etwas zu lernen:
    Der 5. August ist in Kroatien der „Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit“
    Hier wird nicht die Vertreibung der von Dir erwähnten Serben gefeiert. Der größte Teil von Ihnen ist sowieso von sich aus geflohen.Organisiert von den serbischen Behörden. Erkundige Dich mal nach dem „Put za Beograd“ und der anschliessenden „Traktorijada“.
    Gefeiert wird der militärische Sieg über den Feind. Wer dabei der Feind ist, ist völlig irrelevant. Darüberhinaus bringt das kroatische Volk seine Dankbarkeit zum Ausdruck dass
    1. Menschen ausgezogen sind um ihr Leben für das Wohl vieler zu Opfern. Auch ich sage Danke!
    2. Das nach den beiden erfolgreichen Militäroperationen faktisch der Krieg in Kroatien zu Ende war und die Grundlage für das Kriegsende in BiH geschaffen wurde. Verstehst Du was ein Kriegsende ist? Das Ende von Tod, Vertreibung und Elend. Ist das kein Grund zum Feiern?

    Das wollte ich unbedingt mal klarstellen!

    Nimm es mir nicht übel, aber ich bin sehr überrascht dass ein offenbar intelligenter Mensch wie Du es bist, ein Thema kurz ankratzt, ein, zwei Bücher über Jugoslawien liesst, sich eine Meinung bildet und dabei weder den historischen Kontext der Balkankonflikte im Laufe der Jahrhunderte erwähnt oder auch nur ansatzweise versteht.
    Du bist in diesem Thema fremd, das merkt man bei nahezu jedem Deiner Sätze.
    Es reicht halt nicht seine Meinung kundzutun, diese mit einigen Fremdwörtern zu versehen und zu meinen man hätte etwas Kluges und Richtiges von sich gegeben.

    Nicht böse gemeint, aber ich schäme mich ein wenig für Dich.

    • Mit Verlaub, ich habe nicht „ein, zwei Bücher“ darüber gelesen, sondern mich in mehreren Seminaren über einen längeren Zeitraum hinweg sowohl aus politikwissenschaftlicher als auch historischer Perspektive mit dem Thema auseinandergesetzt. Es ging mir in dem Text explizit darum, das Vorgehen Kroatiens in Den Haag und die Selbstdarstellung als Opfer zu verurteilen. „Es ist zu umfangreich, um es in wenigen Sätzen abzuhandeln“ – richtig, ein Blogeintrag reicht dafür nicht, aber ich wollte kurz meine Perspektive, die übrigens auf den Ergebnissen mehrere renommierter Forscher fußt, darstellen.
      Die Feiern vom 5. August beruhen unter anderem auf der Vertreibung von Menschen. Dass sie „freiwillig“ geflogen sind, verharmlost ihre Lage. Kein Handeln ist freiwillig, wenn von Außen Zwang besteht und man fürchten muss ermordet zu werden, wenn man bleibt.
      Kriegsende kann man gerne feiern, aber man sollte es nicht unbedingt auf den Jahrestag einer gewalttätigen, blutigen Militäroperation legen.

      Ich verstehe die historischen Kontexte sehr gut, keine Bange, habe sie aber in diesem Beitrag bewusst nicht erwähnt, weil das zu weit führt. Es ist ein Blog, keine wissenschaftliche Zeitschrift. Wer sich weiter damit beschäftigen möchte, kann sich gerne die erwähnte Literatur anschauen.

      Nicht böse gemeint, aber mich juckt deine unkritisch pro-kroatische Meinung nicht.

      • Liebe Kati,
        kein Interesse an meiner Meinung? Wozu dann antworten? Dann nochmal kurz etwas was Dich ebenso nicht interessiert.
        Kriegsende ist dann wenn der Krieg zu Ende ist. Sprich, wenn es zu keiner weiteren militärischen Auseinandersetzung kommt. Das ist halt nunmal der Zeitraum der Oluja.

        Ungeachtet deiner Beteuerungen, Du würdest die Kontexte richtig versehen, beweisst Du uns ein weiteres mal dass sich Dir der Zusammenhang eben doch nicht erschliesst. Wäre die Oluja nicht gewesen, wäre in Bihac (Kessel von Bihac) mit den Moslems das gleiche passiert wie in Srebrnica.
        Im Krieg hast Du die Wahl zwischen Pest und Cholera.
        Du hast Ideale, soweit erfreulich,diese trüben aber Deinen Blick auf die Realität.
        Die Oluja hat Menschenleben gekostet, auch unsere, aber sie hat viel mehr Menschenleben gerettet und zwar nicht nur kroatische. Es ist geradezu bezeichnend für deine Gesinning, das Du über diese Tatsache einfach hinwegsiehst.

        Wie bereits erwähnt, das eine ist es in der Theorie über die Wege aus einem bewaffneten Konflikt zu sinnieren, das andere ist es dann, basierend auf den Tatsachen vor Ort, dem Istzustand, den Weg aus diesem Konflikt zu gehen. Diesen Unterschied müssen Du und Deine renommierten Forscher noch lernen.

        So moja draga Katice, lasse Dich jetzt in Ruhe. Denn leider ist zum einen Deine Argumentation strikt zielgerichtet, andere Meinungen interessieren ja nicht, und zum anderen, und ich muss leider dabei bleiben, sind Deine Ausführungen geprägt von einem Mangel an praktischen Verständnis, einer Ignoranz der Kausalitätskette und einer mangelhaften Interpretation der Tatsachen.

      • Du hast wohl die Grundaussage des Textes immer noch nicht verstanden.

        Unabhängig davon, wie man die Oluja bewertet: Kroatien stellt sich in der Verhandlung in Den Haag als Opfer und nur als Opfer dar. Das ist problematisch, weil es seitens der kroatischen Armee auch Kriegsverbrechen gab.

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