Der gute Depressive™

In der 12. Klasse verbrachten meine damals aktuelle depressive Episode und ich einige Zeit in einer Klinik. Leider konnten wir diesen kleinen Urlaub nicht in die Sommerferien legen, sondern sind einfach mitten im Schuljahr für ein paar Wochen von der Bildfläche verschwunden. Als ich wieder halbwegs stabilisiert war, stand ein Gespräch mit dem Kollegstufenbetreuer an. Ich erzählte, was mit mir los war und wie ich mir den restlichen Weg bis zum Abitur so vorgestellt habe. Er warf irgendwann ein: „Also Katarina, ich kann nicht so wirklich glauben, dass du depressiv sein sollst. Dafür redest du zu offen.“

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Schneisen schlagen

13. März 2015. Meine Nichte ist zwei Tage vorher 10 Jahre alt geworden und feiert am nächsten Tag ihren Geburtstag mit ihren Freunden im Schwimmbad. Sie hatte mich schon einige Zeit vorher angerufen und sehr lieb gefragt, ob ich die zweite „Erwachsene“ sein und mitkommen möchte. Natürlich weiß sie genau, dass ich ihr nichts abschlagen kann, vor allem nicht, wenn sie anruft und selber fragt. Am 13. März kam noch ein Anruf – ob ich mit ihr einkaufen gehen kann, sie bräuchte Badeshorts und die Mama kann heute nicht.

Sie freut sich sehr auf ihre Party und ist dankbar, dass ich mit ihr Shoppen gehe. Auf dem Weg zum Einkaufszentrum fragt sie, ob ich wirklich die einzige aus der Familie bin, die aufs Gymnasium gegangen ist. Weiterlesen