The struggle isn’t that real

Mit einem leisen Wimmern lege ich meine EC-Karte auf die Theke. 59€ für ein Buch, das ich im Prinzip auch als PDF im Internet finden oder in einem niederländischen Antiquariat bestellen könnte. Ich unterschreibe, wünsche dem Kassierer einen schönen Abend und schleppe „Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition“ durch die Stadt. Die beiden Bände sind deutlich größer und schwerer als erwartet. Während ich diesen Text schreibe, halte ich immer mal wieder inne, suche nach richtigen Formulierungen (finde sie nicht) und massiere meine Schulter.

Schwerer als die Bücher sind nur meine Gedanken. Muss das denn sein? Weiterlesen

Ätschibätsch

Schadenfreude ist die schönste Freude, sagt man. Mag ja sein. Schöner ist aber Schadenfreude gepaart mit echter Freude. Ich freue mich für alle eingetragenen Lebenspartnerschaften, die endlich der Gleichstellung mit der traditionellen Ehe näher kommen, und schaue mit Häme auf die Mitglieder der Union, deren ewiggestrige Ansichten endlich als nicht verfassungskonform eingestuft wurden. Ein guter Tag für die Gleichberechtigung in Deutschland und für meinen „Ätschibätsch, Norbert Geis“-Tanz. Weiterlesen

Hürdenlauf

30. April 2012, irgendwann relativ spät, vielleicht war es auch schon der 1. Mai, wer weiß das schon so genau.

Ich lag in den Armen eines netten jungen Mannes, den ich noch nicht besonders lange kannte. Mein Herz klopfte schnell, was nicht an Schmetterlingen im Bauch oder an dem Sex, den wir gerade gehabt haben, lag. Mein Herz klopfte schnell, weil das Kondom gerissen war. Weiterlesen

Wen wundert’s?

Normalerweise entsteht ein Blogtext von mir so: Ich stoße zufällig auf irgendein Thema und rege mich darüber auf. Meine Wut wandle ich in getippte Worte um und klicke irgendwann auf „Veröffentlichen“. Zack. Nun aber sitze ich seit gut einer halben Stunde hier und finde einfach nichts, worüber ich mich echauffieren könnte.  Weiterlesen

Aber es gibt doch viel wich… BATSCH!

Machen wir uns nichts vor: Die Welt ist scheiße. Klar, das Leben an sich hat für den einzelnen ab und zu ganz nette Überraschungen parat und man kann sein eigenes Leben schon genießen, aber sobald man ein bisschen über den Tellerrand blickt, sieht man nur unschöne Dinge. Krieg, Armut, Hunger, eine Autoimmunerkrankung, die einen ganzen Kontinent auslöscht, Menschenhandel, Kinderarbeit und -prostitution, Neoliberalismus, Dieter Bohlen – die Liste ist lang und geht endlos weiter.  Weiterlesen

Alles Gute, Jorge

Hallo Papst,

während ich diese Zeilen schreibe, sind die Augen der Welt auf dich gerichtet. Ich hab dich mal gegooglet: Alle Medien schreiben einhellig, du seist bescheiden, sparsam, magst keinen Prunk, verlässt dich auf öffentliche Verkehrsmittel. Das mag ich an dir. Das wird sich wohl aber bald ändern. Ob sich wohl auch die katholische Kirche ändert? Weiterlesen

Ich bin ein Mädchen, also muss ich nur hübsch sein

Es gibt so viel, worüber ich mich gerade aufregen könnte: Gaucks unsinniges, unreflektiertes Geplapper im Spiegel, die Haltung der Union zur Gleichstellung der Homo-Ehe, Lebensmittelverschwendung – so viele Themen, die machen, dass ich Plakate malen und mich mit ihnen auf die Straße stellen will. Oder zumindest darüber bloggen.  Weiterlesen

Über Brechreiz und Schönheitsideale

Manchmal sitze ich nervös mit dem Fuß wippend in Wartezimmern und schlage meine kostbare Zeit tot. Ärzte machen mich irgendwie kirre, was eigentlich recht witzig ist, da ich ja selber in einer Arztpraxis arbeite und mit meiner Chefin, welche Ärztin ist, wunderbar zurecht komme. Die Ärzte, die mich behandeln, mag ich aber irgendwie nicht. Wahrscheinlich fürchte ich, dass sie sich in ihrem Sessel zurücklehnen und sagen, ich solle doch aufhören zu simulieren. Ich habe schon Erfahrungen gemacht, die in die Richtung gehen. Wie dem auch sei – Wartezimmer. Mag ich nicht. Machen nervös. Schlimmer als Wartezimmer? Die dort ausliegenden Zeitschriften. Weiterlesen

Geht’s noch?

Ihr erinnert euch sicher an meinen Text von neulich. Den einen, in dem ich erzählt habe, was mir so passiert ist, wie ich von Männern angesprochen, belästigt, begrapscht wurde. Ich habe ein bisschen Zeit vergehen lassen und bin die Kommentare nochmal durchgegangen.

Danke für all die verständnisvollen Kommentare und den Zuspruch und ein fettes „Geht’s noch?“ an all diejenigen, die mir meine persönlichen Empfindungen absprechen.

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