The struggle isn’t that real

Mit einem leisen Wimmern lege ich meine EC-Karte auf die Theke. 59€ für ein Buch, das ich im Prinzip auch als PDF im Internet finden oder in einem niederländischen Antiquariat bestellen könnte. Ich unterschreibe, wünsche dem Kassierer einen schönen Abend und schleppe „Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition“ durch die Stadt. Die beiden Bände sind deutlich größer und schwerer als erwartet. Während ich diesen Text schreibe, halte ich immer mal wieder inne, suche nach richtigen Formulierungen (finde sie nicht) und massiere meine Schulter.

Schwerer als die Bücher sind nur meine Gedanken. Muss das denn sein? Weiterlesen

Geschichtsrevisionismus lebt!

Krieg ist scheiße. Ich denke, da sind wir uns alle einig. Meine Eltern kommen aus Kroatien. Kroatien war früher Teil Jugoslawiens. Jugoslawien ist 1991 zerfallen. Es gab Nachfolgekriege. Meine Familie war davon betroffen. Meine Großeltern wurde vertrieben, Cousins und Großonkel sind im Krieg gestorben. Krieg ist scheiße.

Kriege zu verharmlosen und jegliche Schuld von sich zu weisen ist noch beschissener, und genau das findet gerade in Den Haag statt.

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Ich will ein Shirt mit der Aufschrift „I Survived Optionspflicht“

Der geneigte Leser weiß, dass ich zwei Staatsbürgerschaften habe, die kroatische per Geburt (Props an meine Eltern!) und die deutsche per Einbürgerung. Manch einer hat vielleicht schon gemerkt, dass mich das Thema sehr aufregt, selber betrifft und leicht in den Wahnsinn getrieben hat. Seit meinem letzten Update vor etwa einem halben Jahr hat sich einiges getan.

Kurz: Ich darf Deutsche bleiben.

Lang: Alter, meine Nerven. Weiterlesen

Gedanken über Zeit.

Donnerstag, 5. September. Ich fahre seit über einem Monat jeden Tag durch halb München, um zur Arbeit zu kommen. Einmal hin, einmal zurück. Macht am Tag, je nach Route, 22 bis 54 Kilometer. Manchmal stehe ich an Ampeln oder im Stau und habe ein bisschen Zeit.

Zeit ist bei mir wie so oft Mangelware. Es nervt mich, dass mir diese Zeit durch die Pendelei von Schwabing/Freimann nach Pasing weggenommen wird. Aber ich kann es nicht ändern. Mit den Öffentlichen bräuchte ich doppelt bis dreimal so lang. Also warte ich. Warte und schaue mir die Wahlplakate am Straßenrand an. Weiterlesen

Update Staatsbürgerschaftenzirkus

Gefühlte 1.000 Emails, 70 Telefonate und nur zwei leicht tränenlastige Nächte später ist der Rand des Wahnsinns zwar noch deutlich sichtbar, aber wirkt weniger bedrohlich. Bisher haben fast 6.000 Menschen den Text über meinen Passierschein A38 gelesen. Ich bin überwältigt von der Anteilnahme, dem Interesse und dem Mangel an hämischen Kommentaren und „dann geh doch nach Hause!“-Rufen. Danke an jeden einzelnen von euch, der sich die Zeit genommen hat, meinen Text zu lesen, ihn vielleicht sogar weiterverbreitet oder mir Hilfe angeboten hat. Ehrlich. Weiterlesen

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Lieber Herr Seehofer,

ich mag Sie nicht. Das macht aber nichts, Sie sind in guter Gesellschaft. Es gibt viele Gründe, warum ich Sie nicht mag, angefangen bei Ihren unsäglichen Stammtischparolen bis hin zu dem idiotischen Betreuungsgeld, das Sie durchgedrückt haben, aber ich werde mich in diesem Text auf einen konkreten Aspekt konzentrieren.

Sie, Herr Seehofer, und der Großteil Ihrer Parteispezln, haben es nicht so mit der Demokratie. Weiterlesen

Dobro došli!

Während ich diese Zeilen tippe, nähern sich Stunden- und Minutenzeiger der 12. In ein paar Minuten hat die Europäische Union ein Mitglied mehr. Richtig, genau die Europäische Union, die seit ein paar Jahren von einer Krise in die nächste schlittert. Und nun sollen da noch vier Millionen Menschen und ein paar tausend Quadratkilometer dazukommen? Ohje. Weiterlesen

Ätschibätsch

Schadenfreude ist die schönste Freude, sagt man. Mag ja sein. Schöner ist aber Schadenfreude gepaart mit echter Freude. Ich freue mich für alle eingetragenen Lebenspartnerschaften, die endlich der Gleichstellung mit der traditionellen Ehe näher kommen, und schaue mit Häme auf die Mitglieder der Union, deren ewiggestrige Ansichten endlich als nicht verfassungskonform eingestuft wurden. Ein guter Tag für die Gleichberechtigung in Deutschland und für meinen „Ätschibätsch, Norbert Geis“-Tanz. Weiterlesen

Hürdenlauf

30. April 2012, irgendwann relativ spät, vielleicht war es auch schon der 1. Mai, wer weiß das schon so genau.

Ich lag in den Armen eines netten jungen Mannes, den ich noch nicht besonders lange kannte. Mein Herz klopfte schnell, was nicht an Schmetterlingen im Bauch oder an dem Sex, den wir gerade gehabt haben, lag. Mein Herz klopfte schnell, weil das Kondom gerissen war. Weiterlesen